Piemonte Incoming - ASTI

Eine Reise durch die Provinz Asti bedeutet vor allem, sich den Tafelfreuden hinzugeben. Es könnte vielleicht widersinnig erscheinen oder als Scherz aufgefasst werden, wenn wir sagen, dass ein Besuch dieses wunderschönen Winkels des Piemont nicht von den kulinarischen Spezialitäten und den Weinen absehen kann. Das Herz der regionalen Önogastronomie schlägt in den Hügeln der Weine, eine ununterbrochene Reihe an lieblichen Höhenzügen, die sich von den letzten Ausläufern der Seealpen, am ligurischen Apennin entlang bis zum Po hin erstrecken, wo dieses Landschaftsbild jäh unterbrochen wird. Diese Hügel haben viele berühmte Namen – wie Langhe oder Monferrato –, aber erst wenn man sie erlebt – bzw. durchwandert – kann man auch die kleinsten Nuancen wahrnehmen… oder aber man setzt sich dazu an den Tisch einer typischen Trattoria, wo man durch Formen, Geschmacksnoten, Produkte, ja sogar beim Kartenspielen (!), beginnt, eine neue Welt zu verstehen, eine Welt, wo die Hügel nach "Sorì" (die Sonnenseiten, also die besten Weinlagen), die Dörfer nach Weinen, Käse und Gemüse und die Städte nach Messen und Märkten unterteilt sind. Über all diese Hügel regiert ein unangefochtener Herrscher, der Weiße Trüffel: einzigartig und unnachahmbar, Freude und Wunsch eines jeden Küchenchefs. Es handelt sich dabei um einen herrlich duftenden unterirdischen Pilz, der in zarten Blättchen über die großen piemontesischen Gerichte gehobelt wird, deren Geschmack so hervorgehoben und veredelt wird. Die geheime und mysteriöse "Jagd" nach dieser Knolle findet nachts mit Hilfe von eigens dazu ausgebildeten Hunden statt, und zwar von Oktober bis Dezember. In den anderen Monaten wird der Schwarze Trüffel gesammelt, anders und nicht so teuer, aber trotzdem kostbar und anregend. Die Provinz Asti hat ganze 18 D.O.C.- und D.O.C.G.-Anbaugebiete, bzw. jene Spitzenprodukte der regionalen Weinproduktion, die von Regionalönotheken und lokalen Weinhandlungen gefördert und geschützt werden. Die Besonderheiten und Unterschiede dieser vielen Weintypologien (je nach Rebsorte, Boden, Weinbereitungsmethode) zu entdecken, wird zu einem interessanten und begeisternden Unternehmen, wobei man mit den beiden Hauptrebsorten des Astigiano beginnt: Barbera und Moscato. Der Barbera ist der Wein des Monferrato, voll und kräftig in der Farbe, jung oder körperreich, still oder spritzig, und der Stolz dieses Gebietes. Daneben steht gleich der Moscato, aus dem der Asti gewonnen wird, jener süße und in der Welt meistbekannte Schaumwein. Dann gibt es noch Freisa, Grignolino, Ruché, Cortese, Dolcetto, Malvasia, Brachetto, Cisterna… und viele andere Weine, die Sie auf Ihrer Reise durch die Kellereien, Geschäfte, Osterien und Restaurants entdecken werden. Eine Reise ohne Ende, die jedes Jahr im September bei der Weinlese neu beginnt. Wie bei jedem Essen, so gibt es auch für diese Hügel eine Speisekarte, die es zu erkunden gilt: Da haben wir die gekochte Salami des Monferrato (einzigartig und würzig), die Paprika aus Motta (jene quadratische und fleischige Sorte, die man roh oder geröstet serviert), die "krummen" Karden aus Nizza Monferrato (ideal zu Bagna Cauda, der Spezialität des Piemont) oder aber den sarazenischen Spargel aus Vinchio (besonders zart und schmackhaft), den Roccaverano DOP (vielleicht der größte Ziegenkäse der Welt), die zuckersüßen Äpfel aus San Marzano, die Haselnüsse der Sorte "Tonda e Gentile", die aufgrund ihres Aromas und Geschmacks zu den hochwertigsten Nüssen der Welt gehört (eine der unnachahmlichen Zutaten für Nutella!), sowie die Amaretti aus Mombaruzzo. Weiter geht es mit Pfirsichen, Kirschen, Kartoffeln und Mehl: ein Food-Valley, dessen Produkte in die Speisekarten der besten Restaurants der Welt aufgenommen wurden (darunter sehr viele aus dem Astigiano), die man aber am besten in den kleinen Trattorien von früher genießen kann, die man hier in den Hügeln noch findet, oder die man auf einer Tour zu den Zuchtbetrieben und Kellereien, Feldern und Gemüsegärten entdeckt, wo man die Produktion direkt miterleben und die Meister des guten Geschmacks, die hinter den Restaurants stehen, kennen lernen kann. Neben den Bodenprodukten gibt es hier hochwertige Rinder- und Schafzuchten: Das piemontesische Fleisch ist sicher das beste der Welt. Es ist so erstklassig, dass es Ihnen überall roh, mit dem Messer ganz fein gehackt und nur von ein paar Tropfen Olivenöl und einer Knoblauchzehe begleitet serviert wird. Dann das "Bollito" (eine wunderbare Auswahl an einfachen Fleischstücken, die von Mastochsen stammen und im Dezember am besten sind), die "Finanziera" (ein Bauerngericht aus Innereien), das "Fritto Misto" (mit 21 verschiedenen Zutaten aus Fleisch, Gemüse und Süßigkeiten, die alle einzeln ausgebacken werden). Nicht zuletzt auch all die kräftigen Fleischgerichte, die eine perfekte Verbindung mit den körperreichen Weinen dieser Hügel eingehen wie Braten, Schmorbraten und Wild… Und dann die Teigwaren: gelbe und einmalige Tajarin, die traditionsgemäß per Hand ausgezogen und geschnitten werden, oder die Ravioli: jene mit drei Fleischsorten oder mit Gemüse gefüllten Teigtäschchen… un dann die Käse (die berühmte geschützte Käsesorten des Piemonts), die Süβspeisen, der Grappa (das Destillat aus Trester) und so weiter…. Das Astigiano, also das Gebiet um Asti, ist reich an Geschichte und Kunst: von den romanischen Kirchen, die man hier von Asti aus in Richtung Turin findet, längs der uralten Via Francigena zu den Dutzenden von mittelalterlichen Burgen. Die Geschichte lebt in den unzähligen historischen Aufführungen das ganze Jahr über immer wieder auf: an erster Stelle stehen dabei der Palio von Asti (das älteste Pferderennen Italiens) im September und die Belagerung von Canelli (während der Erbfolgekriege des Monferrato) im Juni; es folgen das Festival delle Sagre (grandioses Poträt der Bauernwelt) ebenfalls im September in Asti und die Trüffelmessen im Oktober und November. Daneben gibt es zahlreiche Kulturereignisse: vom Theaterfestival Astiteatro (im Juni) über den Kulturpark "Grinzane Cavour" in Costigliole bis zu den Kulturfestivals des Monferrato in den Sommermonaten. Der Sommer in den Hügeln ist angenehm luftig und von den höchsten Gipfeln kann man fast das ligurische Meer erblicken.



 
 
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