Das Canavese (das Gebiet bei Ivrea) und die Täler von Lanzo, reich an Naturschönheiten und Geschichte, faszinieren durch ihren verhaltenen Zauber: Es sind menschengerechte Oasen, die es zu erleben gilt durch einen Blick in die Geschichte und auf die Landschaft, die sich in jeder Jahreszeit in anderen Farben präsentiert. Die Vergangenheit hat auch hier ihre Spuren hinterlassen: Kirchen und Abteien, regelrechte Schmuckstücke der romanischen und barocken Kunst; sowie Villen und Schlösser aus verschiedenen Epochen und in verschiedenen architektonischen Stilen. Alte Traditionen, die von Geschichte, Kunst und Kultur genährt werden, sowie wunderbare Zeugnisse früherer Begebenheiten. Eine vergessene Welt aus Mythen und Legenden blüht jedes Jahr durch die historischen Aufführungen und folkloristischen Veranstaltungen wieder auf, die der Stadt eine andere Gestalt verleihen und das Erbgut des Gebietes neu aufbauen. Und erst die Panoramen: Die Serra von Ivrea in ihrem linearen Profil, die an ein Schachbrett erinnernden Felder der Ebene, das Aufeinanderfolgen der waldbewachsenen Hügel und Weinberge; die Wanderwege, die schneebedeckten Gipfel, die Naturschutzoasen… Auf bezaubernden Reiserouten kann man die zahlreichen Seen, die grünen Täler und die faszinierenden Naturschutzgebiete, in einer Atmosphäre voller Düfte und Farben, entdecken. Der Nationalpark des Gran Paradiso, der erste und größte in Italien, der von kilometerlangen Wegen durchflochten ist, bietet zahlreiche Ausflugsmöglichkeiten. Die Moränen- und Alpenseen, sowie die vielen Naturschutzgebiete bezaubern die Besucher durch ihre unversehrte Natur. Hier leben beträchtliche Kolonien von Steinböcken, Gämsen, Murmeltieren, Schneehasen, Hermelinen, Eichhörnchen, sowie viele verschiedene Vogelarten: von den großen Raubvögeln, wie Königsadler, bis zu Schneehühnern und Fichtenkreuzschnabeln, von Schwarzspechten bis zu Bachstelzen usw. Der Park ist nicht nur ein Gebiet, das auf den Naturschutz blickt, sondern auch ein Paradies der Emotionen. Es gibt hier Unterkunftsmöglichkeiten und touristische Angebote für Bergsportler (man kann Bergtouren auf Gletscher oder an Steilwänden mit erfahrenen Führern unternehmen und dabei die verschiedenen 3000er und die 4000 m des Gran Paradiso erklimmen), Wanderfreunde und Kletterer, denen zahlreiche Kletterwände zur Verfügung stehen. Ein ideales Ambiente für Hobby-Fotografen und für Sportarten unter freiem Himmel (Skiwandern, Langlauf, Abfahrt, Reiten, Mountainbike, Windsurf) oder einfach nur zum Erholen in einer menschengerechten Umgebung. Sportler finden in jeder Jahreszeit zahlreiche Möglichkeiten, ihren Lieblingsbeschäftigungen nachzugehen.
Wenn die Kultur eines Ortes auch und vor allem aus Kunst besteht, dann müssen Sie unbedingt eine Reise zwischen Realismus und Postimpressionismus nach Torre Canavese unternehmen, jenem kleinen landwirtschaftlichen Zentrum, das seit 1990 eine Bildergalerie unter freiem Himmel zur Schau stellt. In den Gassen, Straßen und auf den Plätzen kann man etwa hundert Werke von Malern aus den Republiken der ehemaligen Sowjetunion und von Keramikern und Künstlern des Canavese bewundern. In den Tälern Orco und Soana hat die Kupferbearbeitung ihren Ursprung im Mittelalter: die Schmiede von Ronco Canavese und die Scuola di Alpette übermitteln der jungen Generation ihre Erfahrungen in der manuellen Herstellung von Kunst- und Gebrauchsgegenständen. Eine weitere Sehenswürdigkeit, die zum Canavese gehört, ist das Schloss von Pavone, eines der schönsten Bauten der Kunstgüter Italiens.
Die lokale Küche hat ihren Ursprung in den Traditionen der Landwirtschaft und der Tierzucht. Die Restaurants bieten eine Vielfalt an typischen Gerichten wie z.B. "Zuppa di ajucche" (Suppe mit wildwachsenden Kräutern aus den Almen in 600 bis 2000 m Höhe), "Capunet" (kleine mit Fleisch gefüllte Kohlrouladen), "La Tofeja" (Bohnen, Schwarten und Gewürze, die in einem charakteristischen Terracotta-Topf gegart werden); leckere Rezepte mit Pilzen, Kastanien, Zwiebeln; Wurst und Käse, allen voran die Toma von Lanzo und schließlich noch eine große Auswahl an Süßwaren: "Nocciolini" aus Chivasso", "Torcetti" aus Agliè und Lanzo, zarte Amaretti aus Castellamonte, die "Torta '900" aus Ivrea, "Canestrelli" aus Borgofranco,sowie das Gebäck der Herzogin von San Giorgio Canavese. Aber die Küche ist erst vollständig, wenn die Gerichte von ihren D.O.C.: vom Erbaluce zum Carema, vom Passito bis zum Canavese. Um zu verdeutlichen, dass es sich auch hier um Kultur handelt, gibt es Reiserouten, die den Touristen bezaubernde Landschaften anbieten und über Weinberge, Schlösser und Kirchen, auf den Spuren des legendären Arduino, jenes ersten Königs Italiens im Jahr Tausend, zu den Weinkellereien und auf Entdeckung zu den bezauberndsten Winkeln und historischen Zeugnissen des Territoriums begleiten.
Die historischen Aufführungen beleben jedes Jahr jene Traditionen, die bereits in der antiken keltischen Kultur, in der darauf folgenden Römerzeit und im Mittelalter präsent waren. Zu den interessanten Veranstaltungen gehört das "Torneo di Maggio alla Corte di Re Arduino", das "Mai-Turnier am Hofe des Königs Arduino", das jedes Jahr in der kleinen Stadt Cuorgné stattfindet. Die bedeutendste Veranstaltung des Gebietes, die auch zu den bekanntesten in Italien gehört, ist sicherlich der Karneval in Ivrea, der auch unter dem Namen "Schlacht der Apfelsinen" bekannt ist. Während dieser Veranstaltung, die sehr alten Ursprung hat (12. Jahrhundert), erstrahlt die Stadt in Licht und Farben und die Luft ist von kräftigen und durchdringenden Düften erfüllt. Das seriöse und betriebsame Ivrea verwandelt sich in einen großen Kessel mit überkochendem Stimmengewirr, berauschenden Düften und Empfindungen, die nicht nur die Einwohner, sondern auch die einfachen Zuschauer einbeziehen. Der Wettkampf findet heute unter Beachtung ganz bestimmter Regeln auf den Plätzen des Zentrums statt mit etwa 3500 Werfern zu Fuß, aufgeteilt in neun Mannschaften und über 30 Karren (jeder mit mindestens 10 Personen). In drei Tagen werden über 400 Tonnen Apfelsinen geworfen, die aus den südlichen Regionen kommen (und stets aus Überproduktionen stammen, die für die Einstampfung vorgesehen sind). Die Kosten werden gänzlich von den Teilnehmern der Schlacht getragen. Wer dem Karneval beiwohnt, wird Ivrea niemals enttäuscht verlassen, sondern Tausende von Empfindungen mitnehmen, an die man sich noch lange erinnern wird und die zur Rückkehr anregen.
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