Piemonte Incoming - Turin: vom "Salon" Italiens zur Stadt der Magie und zur "olympischen "Stadt

Turin entstand in den Jahren 29-28 v.Chr. unter dem Namen Augusta Taurinorum als Grenzstandort und Truppenlager des antiken Roms und des Kaisers Augustus. In der Zeit des Risorgimento, zwischen 1861 und 1864 wurde Turin Hauptstadt des Italienischen Reiches und begann, seine wachsende industrielle Berufung zu offenbaren. In dieser Zeit wurde auch die traditionelle urbanistische Struktur, in der noch der Grundriss der antiken römischen Kolonie zu erkennen war, aufgegeben und das Strahlenkranzsystem eingeführt mit der Gründung der ersten Arbeiterbarriere vor der Zollgrenze.
Im Gegensatz zu dem, was oft geglaubt wird, ist Turin nicht nur ein modernes Industriezentrum, sondern blickt auf eine jahrhundertealte Geschichte zurück, die ausgesprochen bemerkenswerte historische und künstlerische Zeugnisse hinterlassen hat.
Kommen Sie doch einfach selbst hierher und entdecken Sie persönlich die interessanten und ursprünglichen Aspekte einer Region und einer Stadt, in denen die touristische Entwicklung gerade eben erst begonnen hat und noch bezaubernde und unerwartete Überraschungen bereit hält.
Das historische Zentrum ist ein regelrechtes Freilichtmuseum voller kostbarer Zeugnisse, die auf eine über 2000 Jahre alte Geschichte zurückgehen …wie die Porte Palatine des römischen Augusta Taurinorum; der Dom San Giovanni aus dem 15. Jahrhundert, in dem das Leichentuch Christi aufbewahrt wird; die barocke Kirche San Lorenzo; der Herrschaftssitz der Savoyer und die Basilika von Superga; das ägyptische Museum, das nach dem Museum in Kairo eine der größten Sammlungen der Welt ausstellt; der Palazzo Reale, jener grandiose Bau aus dem 17. Jahrhundert (Residenz der Herzöge von Savoyen, der Könige von Sardinien und der Könige Italiens bis 1865); das von Juvarra entworfene Jagdschloss von Stupinigi mit dem großen Park und den umliegenden Besitztümern (heute Sitz eines Kunst- und Möbelmuseums mit Möbeln, Gemälden und Gegenständen hochwertiger Qualität aus der Originaleinrichtung des Schlosses, sowie aus anderen savoyischen Residenzen); das Schloss von Rivoli, jener imposante Barockbau, in dem heute das Museum der zeitgenössischen Kunst seinen Sitz hat; das im 17. Jahrhundert von Herzog Carlo Emanuele II. erbaute Schloss von Venaria Reale, Sommerresidenz der Savoyer (das bei dem Bau von Versailles Modell stand); das Museum des Risorgimento, in dem Carlo Alberto 1848 die Kammer der Abgeordneten des Reiches von Sardinien (Parlamento Subalpino) einrichtete, die auch heute noch dort erhalten ist; das Automobilmuseum, wo die Entwicklung der Automobile von ihren Anfängen bis zu den 80er Jahren mit der Ausstellung von über 150 Originalfahrzeugen dokumentiert wird, die noch ergänzt wird durch die Ausstellung alter Modelle, Drucke, Plakate und Zeichnungen in den Räumen des Filmmuseums im Inneren der Mole Antonelliana, dem Symbolmonument von Turin. Die Stadt rühmt sich, auf europäischer Ebene einen vorrangigen Platz einzunehmen, was ihre wunderschönen und ausgedehnten Parkanlagen betrifft: die zentralen Giardini Reali, der Park des Jagdschlosses in Stupinigi, der Park der Mandria mit dem Herrschaftssitz der Venaria Reale, sowie die Grünanlagen am Ufer des Pos.
Eine wunderschöne europäische Stadt mit kilometerlangen Arkaden, Alleen und Galerien, wo man in historischen Cafés, die in perfekt erhaltenem Zustand sind, eine Rast einlegen und köstliche Spezialitäten aus "Gianduja"-Schokolade, deren Hauptstadt Turin ist, genießen kann.
Die Cafés gehören zu jenen Begegnungsstätten, die bei den Turinern sehr beliebt sind. In den stuckverzierten Sälen vieler dieser Cafés haben sich bereits im 19. Jahrhundert Politiker und Intellektuelle getroffen und das italienische Risorgimento wurde zu einem Teil, der vielleicht unterschätzt wurde, in den spiegelverzierten und elegant eingerichteten Räumen der Turiner Cafés gelebt.
Seit mehr als 200 Jahren rühmt sich Turin einer großen Erfindung: nämlich die des Aperitifs.
In der Tat war es Antonio Benedetto Carpano, der 1786 in Turin den Wermut erfunden hat, jenes Getränk, das aus Weißwein mit einem Aufguss von über 30 verschiedenen Kräutern und Gewürzen hergestellt wird. Von da an wurde diese Spezialität in ganz Europa exportiert und anschließend dann von den Firmen Cinzano und Gancia produziert.
Die alte Kunst des "savoir vivre" wurde so zu einem “cocktail life”. Die Elemente sind die gleichen geblieben: ein gemütliches, historisches oder im Trend liegendes Lokal, ein aufmerksamer und erfahrener Barkeeper, ein guter Cocktail. Heute wird der Aperitif mehr denn je in einer Atmosphäre vollkommener Entspannung und vor allem ohne feste Schemen eingenommen: es ist einfach eine informelle verlängerte Pause, die ganz nach eigenen Rhythmen zu genießen ist.
Turin, das seit jeher als "Salon" bekannt ist, scheint für geruhsame Spaziergänge geschaffen zu sein: durch die Straßen, über die Plätze und unter den Arkaden entlang, die sich über eine Länge von über 16 km erstrecken. Von den schönen und großen Bogengängen aus grauen Steinen (Via Po) oder Marmor (Via Roma) bis hin zu den kleineren am Stadtrand handelt es sich um eine architektonische städtebauliche Charakteristik, die in ihrer Ausdehnung und in ihrem Verlauf einzigartig ist.



 
 
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